Stimmen aus dem Odeïon
Das Odeïon hat eine neue Gesamtleitung. Sechs Fragen an Alexandra Schittenhelm – über das Potenzial des Hauses, die Vielfalt unter einem Dach und darüber, woran sie in zwei Jahren erkennen will, dass der Weg gestimmt hat.
Konzertsaal, Bistro, Atelier, Seminarhaus: Das Odeïon ist selten nur eine Sache. An einem Abend steht ein Orchester im Dorothea-Porsche-Saal, am nächsten Vormittag sitzt eine Firma in der Tagung, dazwischen wird im Atelier gearbeitet und im Innenhof geredet. Alexandra Schittenhelm hat die Gesamtleitung dieses Hauses übernommen. Wir haben sie gefragt, was sie vorgefunden hat – und was sie vorhat.
1Sie haben die Gesamtleitung des Odeïon neu übernommen. Was ist Ihnen in den ersten Tagen aufgefallen – und wo wollten Sie sofort etwas bewegen?
Mein erster Gedanke war vor allem: In diesem Haus steckt unglaublich viel Potenzial. Das Odeïon ist architektonisch, räumlich und inhaltlich ein besonderer Ort – für inspirierende Konzerte, Theater- und Tanzveranstaltungen, für Firmenevents und Seminare, Workshops, Bewegungs- und Kreativformate.
2Das Odeïon ist vieles zugleich: Kultur- und Veranstaltungsstätte, Bistro, Atelier und Seminarhaus – und ein Ort mit sozialem Auftrag. Was verbindet all diese Bereiche? Und was sollen Menschen spüren, wenn sie hereinkommen?
Das Odeïon hat eine eigene Identität und eine Geschichte. Diese möchte ich nicht überdecken, sondern weiterentwickeln. Ich möchte das Haus stärker aus der Perspektive der Menschen sehen, die zu uns kommen – als Publikum, als Künstler:innen, als Veranstalter:innen, als Unternehmen oder als Teilnehmer:innen eines Seminars. Unser Ziel ist es, jeden Anlass zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen – von der ersten Idee bis zum letzten Applaus.
3Sie übernehmen ein Haus mit gewachsener Identität. Was möchten Sie bewahren, wo neue Akzente setzen? Und wo wird man Ihre Handschrift am deutlichsten spüren?
Meine Handschrift soll weniger durch einzelne sichtbare Veränderungen erkennbar sein, sondern durch eine Haltung: klarer in der Positionierung, professioneller im Marketing und mutiger bei neuen Formaten.
Ich möchte, dass das Odeïon stärker als das wahrgenommen wird, was es eigentlich ist: ein Raum für Kultur. Ein Ort für Begegnung. Eine Bühne für besondere Veranstaltungen – mit eigenen Marketingkanälen und generationenübergreifenden Eventformaten.
4Im Odeïon treffen Kulturproduktionen auf Firmenveranstaltungen, Tagungen und Workshops. Ist das ein Spagat – oder gerade die Stärke des Hauses?
Für mich ist das kein Spagat, sondern eine große Stärke – und gleichzeitig geht die Vielfalt des Odeïon noch weit über Kultur und Wirtschaft hinaus. Menschen kommen hierher, um Kultur zu erleben, sich weiterzubilden, sich zu bewegen, kreativ zu sein oder miteinander in Begegnung zu kommen. Durch diese Vielfalt bleibt das Odeïon lebendig und offen. Es ist ein Haus, das unterschiedlichste Welten zusammenbringt – und genau das möchte ich weiter stärken.
5Stellen wir uns vor, wir sitzen in zwei Jahren wieder hier: Woran würden Sie erkennen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind?
Ich würde es daran erkennen, dass Menschen das Odeïon nicht nur kennen, sondern es verbinden mit Qualitäten wie besonderen Veranstaltungen, professioneller Zusammenarbeit, persönlicher Betreuung und einem Ort, an dem man gerne ist.
Für Künstler:innen und Veranstalter:innen soll das Odeïon ein professioneller Partner sein, an dem besondere Ideen und Produktionen den richtigen Rahmen finden. Unternehmen sollen erleben, dass Events bei uns professionell umgesetzt werden und gleichzeitig eine besondere Atmosphäre haben. Genauso wichtig sind für mich die Menschen, die für einen Kurs, einen Workshop oder ein Bewegungsformat zu uns kommen – um sich zu entwickeln, sich auszuprobieren und mit anderen in Verbindung zu kommen.
Und für unser Publikum wünsche ich mir, dass das Odeïon noch stärker als offener und inspirierender Ort in Salzburg wahrgenommen wird: als Bühne für besondere Kulturproduktionen, als Raum für kreative Ideen und Bewegung und als Haus für neue Impulse, Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse.
6Was soll das Odeïon unter Ihrer Leitung für Salzburg sein – nicht nur als Veranstaltungsort, sondern als Ort für die Stadt und ihre Menschen?
Ich wünsche mir, dass das Odeïon ein Ort ist, der Menschen zusammenbringt. Ein Ort, an dem Kultur nicht nur stattfindet, sondern Begegnung entsteht.
Das kann ein großer Theaterabend sein, eine Tanzproduktion, eine Podiumsdiskussion, ein kreativer Workshop, ein Firmenevent oder eine einfache Begegnung im Bistro. Das Odeïon soll offen sein für verschiedenste Generationen, Interessen und Perspektiven. Es soll Raum geben für etablierte Künstler:innen genauso wie für Newcomer, für große Events genauso wie für kleine Formate.
Das ist ein Ort, an dem etwas passiert. Ein Ort, der Salzburg kulturell bereichert und an dem man gerne Teil des Geschehens ist.
Das Odeïon steht auch externen Veranstalterinnen und Veranstaltern offen – für Konzerte, Produktionen, Firmenfeiern, Tagungen und Workshops. Wir beraten gern zu Räumen, Technik und Verpflegung: office@odeion.at